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Minimax Intervention

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  • Beitrag zuletzt geändert am:24. April 2023
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In diesem Blogartikel möchte ich die Schlüssel Methoden aus dem Buch Minimax-Interventionen von Manfred Prior vorstellen. Das Buch selbst wirbt mit dem Untertitel: „15 minimalen Interventionen mit maximaler Wirkung.“ Aus diese Slogan entwickelte Prior auch den Titel des Buches „Minimax Interventionen“. Erschienen ist das Buch im Carl-Auer Verlag.

Prior ist selbst als Psychotherapeut, Berater und Coach tätig. Daher geht es in seiner Arbeit geht es darum im Gespräch neue Möglichkeiten, Besserungsschritte und Lösungen zu erarbeiten. In dem Buch Minimax Interventionen hat Prior 15 Methoden zusammengetragen welche auf die sprachlichen Möglichkeiten abzielen. Diese sollen beiläufig in jeder Sitzung angewendet werden können, leicht erlern- und beschreibbar, möglichst unscheinbar und wenig aufdringlich sein.

Schlüssel Methoden aus Minimax-Interventionen

In seinem Buch werden alle Methoden auf zwei und mehr Seiten beschrieben. In diesem Artikel werde ich jedoch wirklich nur auf die kürzest mögliche Beschreibung eingehen. Dabei konzentriere ich mich auf die, aus meiner Sicht, relevantesten Interventionen. Die Auswahl war meine Priorisierung und kann bei einem anderen Leser völlig anders aussehen. Ergänzt habe ich in diesem Artikel teilweise meine eigenen Beispiele, Interpretationen und Gedanken. Für weiterführende Informationen und als Überblick systemischer Gesprächsführung kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Es ist humorvoll und verständlich verfasst und jedes Kapitel wird von einem Bären begleitet der die Intervention selbst nochmal reflektiert.

Methode 2: Nicht „ob…“ sondern „wie…“, „was…“ und „welche…“

Dieses Kapitel behandelt aus meiner Sicht, dass, im Coaching die Verwendung von offenen Fragen gegenüber geschlossenen Fragen bevorzugt werden sollen. Geschlossene Fragen können mit ja und nein beantwortet werden. Offene Fragen sind weicher und benötigen mehr als ein Wort um beantwortet zu werden. Dies erklärt der Autor am Wörtchen ob.

Das Wort ob in einer Frage suggeriert immer eine harte Entscheidung – Ja oder Nein. „Ich möchte sie Fragen ob sie seit unserer letzten Sitzung schon eine Veränderung in ihrem Leben festgestellt haben? Da im Coaching immer kleine, realisierbare Schritte angestrebt werden ist die Veränderung seit der letzten Sitzung vermutlich noch nicht groß. Zumindest nicht so groß, wie vom Klienten erwartet und er antwortet deshalb erstmal sicherheitshalber mit ‚Nein‘. Wodurch sich schon durch eine Frage die Haltung und die Motivation des Coachees verändern kann. Durch das Stellen von offenen Fragen, welche durch die W’s eingeleitet werden, ist es dem Coachee möglich nuanciert zu antworten. Diese W-Fragen können beispielsweise wie, was und welche sein:

Welche Veränderungen haben Sie seit unserer letzten Sitzung feststellen können?

oder auch:

Wie konnten Sie Veränderungen feststellen?

Wobei die zweite Frage weniger auf die Veränderung an sich, sondern mehr darauf abzielt wie der Klient dies gespürt, realisiert oder gespielt bekommen hat. Dies könnte beispielsweise sein: „Ich habe besser geschlafen“, „meine Kollegen haben mich ernst genommen“

Methode 3: Sondern…?

Die meisten Menschen kommen ins Coaching weil sie etwas stört. Beispielsweise möchten sie nicht mehr über eine anstehende Entscheidung nachdenken, nicht noch mehr Arbeit aufgehalst bekommen oder nicht wieder an die Decke gehen wenn der Chef unqualifiziert dazwischen geht. Das Anliegen ist also allen klar, sonst wären sie nicht im Coaching. Der schwierige Schritt ist allerdings positiv zu formulieren was das Ziel ist. Nach dem der Coachee erklärt hat was er nicht mehr möchte neigen wir Menschen, leider auch die Berater und Coaches, dazu zu meinen sie hätten schon verstanden was stattdessen das Ziel ist. Das führt häufig dazu, dass Coach und Coachee nicht mehr am selben Strang ziehen.

Dies kann vermieden werden in dem man die positive Zieldefinition vom Klienten selbst durchführen lässt. Dies kann beispielsweise eingeleitet werden in dem man das Anliegen nochmals aufgreift und mit sondern ... endet. Danach kann der Coach seinem Coachee Zeit geben darüber nachzudenken und zu antworten.

Sie wollen also nicht mehr an die Decke gehen wenn ihr Chef dazwischen redet, sondern…?

Diese Frage richtet den Fokus des Klienten vom Problem in Richtung Lösung und ermöglicht somit eine zieldienliche Bearbeitung des Anliegens.

Methode 7: „… noch nicht …“

Methode 7 hat ein ähnliches Ziel wie die „sondern“-Intervention – den Fokus vom Anliegen auf mögliche Lösungen zu verschieben. Ein Coach kann Verständnis und Mitgefühl ausdrücken in dem er sagt:

Ich verstehe Sie fühlen sich von Ihrer Arbeit überfordert.

Durch diese Frage bleibt allerdings der Blick immer noch bei der Überforderung. Um den Blick für mögliche Wege aus dieser Situation zu öffnen kann dem Coachee alternativ angeboten werden:

Ich verstehe Sie haben noch nicht genug Möglichkeiten gefunden mit der Überforderung auf der Arbeit umzugehen.

Diese kleine Abwandlung zeigt außerdem auf, dass der Klient kein ‚Hoffnungsloser Fall‘ ist.

Methode 10: „Angenommen, Sie würden …“

Diese Intervention beschreibt eine Frageform welche das Gespräch bzw. die Aufmerksamkeit des Klienten in eine konstruktive, lösungsorientierte Richtung lenken kann. In dieser Intervention bietet der Coach zwei oder mehr wünschenswerte Alternativen an. Dies ermöglicht dem Coachee neue Möglichkeiten innerlich durchzuspielen und selbst zu entscheiden ob eine davon für ihn zieldienlich ist. Diese Fragen sind umso wertvoller je mehr der Coach Vorschläge machen kann die sich auf die Ressourcen, Ziele und Möglichkeiten des Coachees stützen.

Methode 12: „Nicht-Vorschläge“

Die letzte Methoden aus Minimax-Interventionen die ich vorstellen möchte ist die Verwendung von Negationen. Dies widerspricht anfänglich etwas dem systemischen Gedanken. Die Methode der Nicht-Vorschläge sind jedoch eine spannende Möglichkeit als Coach Angebote an den Coachee zu machen. Lösungen sollen generell durch den Coachee entwickelt werden. Angebote des Coachees werden dementsprechend häufig vom Coachees abgelehnt: „Das habe ich schon versucht.“ oder „Das geht nicht.“ Wenn Vorschläge allerdings als nicht Vorschläge formuliert und auch so vorgetragen werden als wäre es kein ernstgemeinter Vorschlag so kann der Klient selbst entscheiden ob er die die Idee aufgreifen, annehmen möchte und die Idee des Coaches zu der Eigenen zu machen oder sie einfach übergeht. Dadurch fällt das Annehmen eines solchen Vorschlags viel leichter.

Mir haben die Schlüssel Methoden aus dem Buch Minimax-Interventionen von Manfred Prior geholfen einige der systemischen Gesprächstechniken nochmal zu verinnerlichen und zu aktualisieren. Aus diesem Grund kann ich einen Blick in das Buch jedem empfehlen der sich mit Beratung, Coaching und Therapie beschäftigt.

Zum Buch

Minimax Interventionen – 15 minimale Interventionen mit maximaler Wirkung erschienen im Carl-Auer Verlag von Manfred Prior. Das Buch ist unter folgendem Link beim Verlag für 12,95€ erhältlich und umfasst 97 Seiten.

Janik Chrobak. Systemisches Coaching in Filderstadt-Bernhausen für berufliche und private Veränderungen, Führungskräfteentwicklung und Stress
Buchcover von MiniMax-Interventionen. Erschienen im Carl-Auer Verlag. Autor: Manfred Prior

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Wolfgang Berg

    Ich entschuldige mich aufrichtig für diesen Kommentar! Aber ich teste einige Software zum Ruhm unseres Landes und ihr positives Ergebnis wird dazu beitragen, die Beziehungen Deutschlands im globalen Internet zu stärken. Ich möchte mich noch einmal aufrichtig entschuldigen und liebe Grüße 🙂

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