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Grundlagen der Kommunikation

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  • Beitrag zuletzt geändert am:23. April 2023
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Kommunikation und Sprache sind etwas das wir Tag täglich nutzen und die meisten Menschen sind davon überzeugt, dass sie sich klar und deutlich ausdrücken können. Trotzdem kommt es regelmäßig zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen. In diesem Beitrag möchte ich Watzlawicks 5 Axiome der Kommunikation vorstellen. Diese erklären einige Grundlagen der menschlichen Kommunikation und wieso Kommunikation so häufig scheitert. Aber auch auf was wir achten, können um Kommunikation erfolgreicher zu gestalten.

Was ist Kommunikation?

Im weiteren Sinn ist Kommunikation das Senden einer Nachricht von einem Sender zu einem oder mehreren Empfängern. Die Nachricht kann auf verschiedenen Kommunikationskanälen wie beispielsweise der Sprache oder über die Körpersprache vermittelt werden. Kommunikation ist in unserem Leben alltäglich und geschieht scheinbar selbstständig. In den meisten Situationen genügt dies auch, jedoch verläuft Kommunikation in den seltensten Fällen reibungslos. Dies liegt unter anderem an unterschiedlichen inneren Landkarten des Senders und des Empfängers, oder aber auch an der unterschiedlichen Interpretation der Nachricht wie sie Schulz von Thun beschreibt. In diesem Artikel möchte ich auf einige Grundlagen der menschlichen Kommunikation eingehen die von Paul Watzlawick entwickelt wurden. Sie können helfen Kommunikation besser zu verstehen und auch das eigene Handeln zu hinterfragen und so Missverständnissen vorzubeugen.

Watzlawicks 5 Axiome der Kommunikation

Paul Watzlawick war ein österreichischer Philosoph, Psychotherapeut und Kommunikationswissenschaftler. Er lebte von 1921 bis 2007 und lebte in Kalifornien. In Deutschland ist er insbesondere durch seine Beiträge zur Kommunikationstheorie und zum radikalen Konstruktivismus bekannt geworden.

Was soll denn eigentlich ein Axiom sein? Axiome sind Grundannahmen oder Sätze die keinen Beweis benötigen und einen unmittelbar einleuchtenden Grundsatz beschreiben . In Watzlawick et. a. 1996 werden 5 dieser Axiome für das Verständnis über Kommunikation zwischen Menschen aufgestellt. Diese werden im folgenden aufgeführt und erklärt.

1. Axiom: Man kann nicht nicht kommunizieren

Selbst wenn eine Person nicht spricht kommuniziert sie. Dieses Axiom besagt, dass sich Kommunikation nicht die verbale Ebene beschränkt sondern auch nonverbal ablaufen kann.

Egal ob wir sprechen oder nicht wir senden stets eine Nachricht an unsere Umwelt. Diese Nachricht beinhaltet immer auch Informationen über uns oder den Empfänger der Nachricht. Das heißt egal ob jemand schweigt und dabei eine versteinerte Miene zieht, freundlich nickt oder einen knallroten Kopf hat, all das sind Beispiele von non-verbaler Kommunikation. Selbst wenn in diesen Situationen keine verbale Kommunikation statt findet wird non-verbal eine Nachricht vermittelt die der Empfänger auf verschiedene Weisen interpretieren kann. Die non-verbale Kommunikation unterliegt ebenfalls den vier Seiten wie sie Schulz von Thun beschreibt. So kann beispielsweise Schweigen in einem geschäftlichen Umfeld als Unsicherheit interpretiert werden obwohl sich die Person einfach nicht angesprochen gefühlt hat.

2. Axiom: Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt

Dieses Axiom besagt, dass jede Aussage immer einen Inhalts- sowie einen Beziehungsaspekt aufweist.

Der Inhaltsaspekt der Nachricht besagt worum es dem Sender geht, beispielsweise das Teilen von Informationen oder ein Anliegen an den Empfänger. Während im Beziehungsaspekt immer die Beziehung zum Gegenüber ausgedrückt wird. Insbesondere der Beziehungsaspekt verläuft häufig non-verbal. Beispielsweise durch Augen drehen, Körperkontakt, genervter Ton, etc.

Jede Nachricht beinhaltet also immer einen Selbstoffenbarungsaspekt des Senders beinhaltet sowie ein Anliegen an den Empfänger. Der Selbstoffenbarungsaspekt vermittelt immer eine Information über den Sender also etwas über seine Persönlichkeit oder was er über den Empfänger denkt.

3. Axiom: Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung

Kommunikation verläuft in der Regel immer zirkulär. Das heißt auf eine Nachricht des Senders folgt eine Nachricht des Empfängers der ersten Nachricht. Dieses Axiom besagt, dass jeder einen Beitrag zur Kommunikation leistet und somit auch für die Kommunikation verantwortlich ist. Jeder Beteiligte hat seine eigene subjektive Deutung der Kommunikation und reagiert basierend auf dieser Deutung und seinen bisherigen Erfahrungen mit dieser Personen und seinen Lebenserfahrungen (innere Landkarte). Das heißt jede Kommunikation hat eine Wirkung auf das Gegenüber was wiederum eine Reaktion auslöst.

Das Bild zeigt den Zusammenhang zwischen der Interaktion mit der Umwelt, der inneren Landkarte, der Bedeutungsgebung und der Gefühle. Systemisches Coaching in Filderstadt-Bernhausen für berufliche und private Veränderungen, Führungskräfteentwicklung und Stress

Dieser Kreislauf wird durch die obenstehende Grafik visualisiert. Ein Ereignis kann in diesem Fall der Empfang einer Nachricht sein. Je nach der Inneren Landkarte des Empfängers wird die Nachricht anders interpretiert und erhält somit eine unterschiedliche und vom Empfänger abhängige Bedeutung. Die Bedeutung der Nachricht löst in dem Empfänger Gefühle aus welche sich auf die Reaktion also auf eine non-verbale oder verbale Antwort auf die Nachricht auswirkt. Nachdem die Antwort gesendet wurde läuft der selbe „Innere Film“ in dem Gegenüber ab.

4. Axiom: Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten

Dieses Axiom beschreibt was auch schon in Axiom 1 eine Rolle gespielt hat. Kommunikation findet nicht ausschließlich verbal statt sondern hat auch eine non-verbale Komponente. Das verbale Ausdrucksmittel wird als digitale Modalität und die non-verbale Kommunikation aus analoge Modalität bezeichnet. Beispiele für nonverbale Ausdrucksmittel sind die Körperhaltung, Gestik, Mimik und der Tonfall. Die non-verbale analoge Kommunikation basiert häufig auf Vermutungen. Wie in dem oben genannten Beispiel des Schweigens kann man sich nie sicher sein aus welchem Grund sich das Gegenüber dazu entschieden hat.

5. Axiom: Kommunikation ist symmetrisch oder komplement

Abhängig davon ob die Beziehung des Senders und Empfängers auf Gleichheit oder Gegensätzlichkeit beruht kann Kommunikation entweder symmetrisch oder komplementär sein. Symmetrische Kommunikation bedeutet, dass Gleiches mit Gleichem beantwortet wird und sich die Gesprächspartner auf einer Ebene befinden. Beispielsweise Freunde oder Kollegen auf der selben Hierarchieebene. Von komplementärer Kommunikation wird gesprochen wenn das Verhalten des einen Gesprächspartners ergänzt wird. Das kann beispielsweise eine Art Lehrer – Lernender, Eltern – Kind, Aktiver – Passiver Beziehung sein.

Generell gelten Beziehungen als funktional wenn sie jeweils symetrische wie auch komplementäre Muster aufweisen.

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